Inhalt: „Denkmaltour“ führte durch die Samtgemeinde Steimbke

Regionales Lesezeit ca. 3 Minuten

„Denkmaltour“ führte durch die Samtgemeinde Steimbke

Schon zum fünften Mal versammelte sich eine Gruppe denkmalinteressierter Fahrradbegeisterter am Sonntagmorgen, 9. September, um im Rahmen des „Tages des offenen Denkmals“ in diesem Jahr eine interessante Rundreise zu besonderen Kulturdenkmalen in der Samtgemeinde Steimbke zu unternehmen.

„Denkmaltour“ führte durch die Samtgemeinde SteimbkeLandkreis Nienburg/Weser

 Wieder arbeitete die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Nienburg mit dem ADFC Nienburg, der Samtgemeinde Steimbke, der Mittelweser-Touristik und den Eigentümern der Kulturdenkmale ein spannendes Programm aus. Die ehrenamtlichen Tourenleiter des ADFC Nienburg führten die Gruppe über eine abwechslungsreiche Route zu den neun im Mittelpunkt der Radtour stehenden Denkmalen mit ihren besonderen Geschichten. Die Gruppe startete mit etwa 25 Teilnehmern am Parkplatz des Naturbades in Steimbke, um bis zur Mittagspause an fast jedem Besichtigungspunkt weitere Mitfahrer aufzulesen, die Gruppe wuchs so auf etwa 30 Personen an. Beginnend im historischen Zentrum Steimbkes berichteten Svenja und Sebastian Pöhl von ihrer, in Eigenregie durchgeführten, Fassadensanierung des Pfarrhauses. Weiter ging es zum großen Mehrfamilienwohnhaus an der Nienburger Straße. Hier erfuhren die Teilnehmer von Martina Brockmann allerlei von der Entstehung des um 1910 erbauten imposanten Wohnhauses sowie Geschichten rund um diese Hofanlage. An der Kartoffeldämpfanlage berichtete Dr. Holger Spreen sehr anschaulich, wie sein Großvater die große Anlage zu Dämpfung von Futterkartoffeln noch bis ins hohe Alter betrieb und er diese, als der Verfall drohte, mit großem Einsatz davor rettete, so dass das einzigartige Kulturdenkmal der Wirtschafts- und Technikgeschichte heute noch erlebbar ist. Am Giebichenstein brachte der Kommunalarchäologe des Landkreises, Dr. Jens Berthold, eine ganz andere Zeit in die Köpfe der Radgruppe. Die Alt- und Jungsteinzeit sowie die Bronzezeit wurden durch seinen anschaulichen Bericht erlebbar. An der Ahrbecker Bockwindmühle in Wenden konnten die Teilnehmenden dann viel Spannendes über die Mühle „Martha“ erfahren und sie bis zum letzten Winkel erkunden. Nachdem Siegfried Franze und drei seiner Vereinskollegen am Vortag die Ausbildung zum freiwilligen Müller erfolgreich abgeschlossen hatten, wird hier nun von richtigen Müllern durch die Mühle geführt. Mittags wurde ausgiebig geschlemmt und die Sonne genossen.
Voll frischer Energie fuhr die Gruppe dann in Richtung Rodewald, um sich dort entlang der Dorf- und Hauptstraße von Henry Deeke die Geschichte der Bauernschaft sowie viele Details über einige Baudenkmale erzählen zu lassen. Das Heimatmuseum, betreut von Gisela Weier und Gerhard Schierkolk, war nochmals ein interessanter Stopp, um hier die Geschichten des „Würgers vom Lichtenmoor“ und die des Heimatmuseums, mit seiner besonderen Historie selbst, zu entdecken. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es zum Abschluss auf die Hofanlage Dorfstraße 72, die mit ihren verschiedenen Gebäuden und dem großen Garten zum Verweilen einlud. Jennifer Pagel und Daniel Föll berichteten begeistert von ihrer Hofstelle, von den spannenden Sanierungsarbeiten, die sie hinter und noch vor sich haben, und sie erfuhren von der einen oder anderen Geschichte über ihre Anlage, die sie noch nicht kannten.
„So unterschiedlich die Kulturdenkmale entlang der diesjährigen Route waren, so spannend ist dieser vielseitige Blick auf unsere Denkmallandschaft. Diese gilt es zu erhalten und für diese und weitere Generationen sichtbar und erzählbar zu machen. Unsere Gesellschaft braucht unsere vielseitige Kulturlandschaft, sie ist so vielseitig wie wir und sollte auch so gelebt werden, frei nach dem Motto ‚Entdecken, was uns verbindet‘“, stellt Dipl.-Ing. Alexandra Rolfs von der Unteren Denkmalschutzbehörde heraus. Bald beginnt die Planung für das Programm des nächsten Jahres. An einer „Patenschaft“ für den Tag des offenen Denkmals 2019 interessierte Gemeinden melden sich gerne bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Nienburg.

Quelle:

Veröffentlicht:

mehr Regionales

Sparkasse Nienburg
Themen