Inhalt: Denkmaltour durch die Samtgemeinde Grafschaft Hoya

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Denkmaltour durch die Samtgemeinde Grafschaft Hoya

Am vergangenen frühen Sonntagmorgen, 8. September 2019, versammelte sich eine Gruppe denkmalinteressierter Fahrradbegeisterter vor dem Rathaus in Hoya, um im Rahmen des Tages des offenen Denkmals eine spannende und abwechslungsreiche Rundreise zu besonderen Kulturdenkmalen unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya zu unternehmen.

Denkmaltour 2019Landkreis Nienburg/Weser

Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises arbeitete in den vergangenen Monaten mit dem ADFC Nienburg, der Samtgemeinde Grafschaft Hoya und den Eigentümern der Gebäude, mit Unterstützung durch die Mittelweser Touristik und der Tourist- Information Grafschaft Hoya, ein spannendes Programm aus.

Die ehrenamtlichen Tourenleiter des ADFC Nienburg führten die Gruppe über eine wunderschöne Route zu den sieben im Mittelpunkt der diesjährigen Radtour stehenden Denkmalen mit ihren besonderen Geschichten. Die Gruppe startete mit etwa 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Rathaus in Hoya. Die Samtgemeinde hatte vor dem Start für eine Verpflegung gesorgt. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, der gern an der Radtour teilgenommen hätte, und Inga Broszeit von der Tourist-Information Hoya begrüßten die Radlerinnen und Radler und gaben den Startschuss für die Tour. Über den Tag verteilt schlossen sich immer wieder Teilnehmer der Gruppe an, so dass zu Hochzeiten 40 Fahrradfahrerinnen und -fahrer an den Besichtigungspunkten eintrafen.

In der Martinskirche berichtete Kay Jebens, ehrenamtlicher Archäologe des Landkreises und zuständig für den Nordkreis, von seinen spannenden jüngsten Funden, erläuterte die Besonderheiten eines Schwertes aus der frühesten Bronzezeit und reichte den Interessierten den einen oder anderen Fund aus seiner Vitrine, um Geschichte in Händen halten zu können. Derweil ging es für einen anderen Teil der Gruppe um den Kirchenbau herum, und Dietfried Röpe berichtete aus der spannenden Vergangenheit und Gegenwart der Martinskirche, ein großartiges Beispiel eines Kulturdenkmals, das die Umbrüche und Entwicklungen der vergangenen 700 Jahre spiegelt.

Nach einer kurzen Strecke auf dem Rad empfing die Bürgermeisterin der Stadt Hoya, Anne Wasner, die Radgruppe an der Grundschule in der Langen Straße, um hier die Geschichte des von ihr begleiteten Umbaus im Jahr 2012, die der Erweiterungsbauten aus der jüngeren Zeit und die spannende Entstehung des neugotischen Baus aus dem Jahr 1865 aufleben zu lassen. Viele Details und Neuigkeiten ließen die Gruppe zufrieden davon fahren.

Die folgende besonders schöne Teilstrecke, so das Zitat der ehrenamtlichen Denkmalpflegerin Sandra Leithäuser, endete am Industriedenkmal Senffabrik Leman in Eystrup, wo die Radbegeisterten nach einer kleinen Stärkung in die Geschichte der Senf- und Essigherstellung sowie die der Familie Leman eintauchen konnten. Horst Müller-Kuntzer stellte anschaulich die neuen Exponate vor, und die Stationärdampfmaschine konnte im Betrieb begutachtet werden. Nach einer weiteren Fahrt durch die malerische Umgebung zwischen Eystrup und Bücken wurde in Schweringen ein kleiner Stopp auf der Hochseilfähre notwendig, um an das andere Weserufer überzusetzen. Hier lockten verschiedene Angebote zum Halt, doch der ehemalige Ortsbrandmeister Wilhelm Schumacher erwartete die Gruppe bereits am frisch sanierten Schlauchturm in Bücken. Auch hier wurden die Radler in eine spannende Zeit entführt, in der noch mitten durch den Ort der Bücker Mühlbach führte.

Als heimliches „Highlight“ wurde der anschließende Besuch des Pächterwohnhauses des Serumwerkes Meemsen in Hoyerhagen gehandelt. Hier berichtete Betriebsleiter Dr. Henning Kühl anschaulich von der Geschichte des ehemaligen Hofgestüts bis zum heutigen Serumwerk, aber auch über die besondere Geschichte, wie eine Villa aus dem Berliner Grunewald nach Hoyerhagen kommen konnte. Zum Abschluss kehrte die Radgruppe im idyllischen Bauerngarten Hofcafé ein und lies die Eindrücke des Tages bei leckeren Naschereien der süßen Art Revue passieren, um anschließend gestärkt den Rückweg zum Hoyaer Rathaus anzutreten. Die zufriedenen Gesichter der Teilnehmer, die begeisterten Reden der Eigentümer, das Interesse aller an einem solchen Tag, das zeigt, dass die Denkmallandschaft in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya besonders, einzig- und verschiedenartig zugleich und ein Spiegel der jeweiligen Zeit ist. Die Umbrüche, die die ausgewählten Kulturdenkmale in ihrer Geschichte erlebt und geprägt haben, die heute noch sichtbar sind, zeigen den Wert der Geschichte und erinnern an die Wertschätzung, die man im Umgang mit ihnen haben sollten. Denkmale erzählen Geschichte und Geschichten, manch‘ ein Umbruch rettet sie in das Heute und hält sie für uns lebendig. Bald beginnt die Planung für das Programm des nächsten Jahres. An einer „Patenschaft“ für den Tag des offenen Denkmals 2020 interessierte Gemeinden melden sich gerne beim Landkreis Nienburg.

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