Inhalt: Flächennutzungsplanänderung A 9 „Eystrup – In den Kreuzbergen“

Regionales Lesezeit ca. 7 Minuten

Flächennutzungsplanänderung A 9 „Eystrup – In den Kreuzbergen“

Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya beabsichtigt, den Flächennutzungsplan im Rahmen der Änderung A 9 in Teilbereichen zu überarbeiten.

Karte: Flächennutzungsplanänderung A 9 „Eystrup – In den Kreuzbergen“Samtgemeinde Grafschaft Hoya


Der Entwurf der Flächennutzungsplan-Änderung A 9 mit Begründung und Umweltbericht sowie die wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen liegen gemäß § 3 Abs. 2 BauGB zu jedermanns Einsicht im Rathaus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, Schloßplatz 2, 27318 Hoya/Weser in der Zeit vom

12.07.2019 bis einschließlich 12.08.2019

öffentlich aus.

Die Unterlagen können während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr und donnerstags  von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr sowie nach besonderer Vereinbarung eingesehen werden.


Der Entwurf der Flächennutzungsplan-Änderung A 9 mit Begründung und Umweltbericht sowie die wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen sind gemäß § 4a Abs. 4 BauGB zu jedermanns Einsicht auf der Homepage der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, www.grafschaft-hoya.de unter „Aktuelle Meldungen“ während der Auslegungsfrist in der Zeit vom 12.07.2019 bis einschließlich 12.08.2019 eingestellt und abrufbar.

Parallel sind die Unterlagen über das Landesportal https://uvp.niedersachsen.de zugänglich.


Gegenstand der Änderung des Flächennutzungsplanes A 9 ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung eines Lebensmittel-Vollsortimenters, der über ca. 1.350 qm Verkaufsfläche verfügen soll. Zudem soll der Flächennutzungsplan im Bereich einer öffentlichen Parkplatzfläche an die ausgeübte Nutzung angepasst werden.

Vorgesehen ist die Darstellung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung „Großflächiger Einzelhandel / Nahversorgung – Lebensmittelvollsortimenter“ sowie einer „öffentlichen Parkfläche“.


Der ca. 0,96 ha große Änderungsbereich befindet sich im Norden des Grundzentrums Eystrup. Das Plangebiet liegt direkt östlich der Bundesstraße 215, nördlich der Einmündung des Alexanderweges. Die räumliche Lage des Plangebietes ist auf der nachfolgenden Karte durch eine dicke gestrichelte Umrandung gekennzeichnet.


Gemäß § 3 Abs. 2 Satz 1 und 2 BauGB wird bekannt gegeben, dass gleichzeitig folgende umweltbezogene Stellungnahmen bereits vorliegen sowie folgende umweltbezogene Informationen verfügbar sind und ebenfalls mit ausgelegt werden:


• Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (Stand: 11.03.2019):
Erfassung der Avifauna und der Fledermäuse sowie Potenzialabschätzung bezüglich Amphibien, Reptilien und Insekten; Prüfung, ob infolge der vorliegenden Bauleitplanung Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 BNatSchG zu erwarten sind. Im Ergebnis sind für einige Fledermausarten Vermeidungsmaßnahmen und vorgezogene Kompensationsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) sowie für Brutvögel Vermeidungsmaßnahmen erforderlich, um das Eintreten von Verbotstatbestände zu verhindern.

• FFH-Verträglichkeitsprüfung (Stand: 11.03.2019):
Aufgrund einer Wochenstube der Fledermausart Großes Mausohr ca. 50 m südlich des Plangebietes wurde eine FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt. Im Rahmen dieser Prüfung wurden umfangreiche Erfassungen des Mausohrbestandes vorgenommen, um mögliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele der relevanten FFH-Gebiete (FFH-Gebiet Nr. 422 „Mausohr-Habitat nördlich Nienburg“ und FFH-Gebiet Nr. 451 „Mausohr-Jagdgebiet Lindhoop“) beurteilen zu können; unter Berücksichtigung von Vermeidungsmaßnahmen (Einschränkung von lärmenden und / oder eine starke Beleuchtung erfordernden Baumaßnahmen während der Nutzung der Wochenstube von Mitte April bis Ende Juli; fledermausfreundliche Beleuchtung und Ausrichtung der Beleuchtung des geplantem Marktes und der Stellplatzflächen; Aufwertung des Aufenthalts- / Nahrungshabitats im direkten Umfeld der Mausohrwochenstube durch Anlage von insgesamt fünf kleinen Lichtungen in den verbeiben Gehölzbeständen) können erhebliche Beeinträchtigungen vermieden werden.

• Biotopkartierung (Stand: 15.08.2016):
Bestandsaufnahme der Biotoptypen im Plangebiet. Es sind ein Waldbiotop (Bodensaurer Buchenwald armer Sandböden (WLA)) mit einer allgemeinen bis hohen Bedeutung und Ruderalbiotope (Halbruderale Gras- und Staudenflur mittlerer Standorte (UHM) und Halbruderale Gras- und Staudenflur trockener Standorte (UHT)) mit einer allgemeinen Bedeutung vorhanden. Der Biotoptyp des vorhandenen Parkplatzes (Parkplatz (OVP)) weist aufgrund der vorhandenen Befestigungen nur eine geringe Bedeutung auf.

• Umweltbericht (Stand: 11.03.2019):
Beschreibung der Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter Flächen, Menschen, Fläche, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Klima / Luft, Landschaftsbild, biologische Vielfalt, sonstige Sach- und Kulturgüter, Schutzgebiete und -objekte, Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern. Zudem werden Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und Ausgleich der nachteiligen Umweltauswirkungen Auswirkungen genannt. Die Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB hat ergeben, dass die vorliegende Planung erhebliche Umweltauswirkungen auf die Schutzgüter Fläche, Pflanzen und Tiere, Boden sowie Landschaftsbild hat, die durch die Ausweisung des geplanten Sondergebietes beeinträchtigt werden. Der genaue Kompensationsbedarf sowie die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen werden auf untergeordneter Planungsebene (Bebauungsplanebene) benannt. Infolge der Darstellung des vorhandenen Parkplatzes als öffentliche Verkehrsfläche mit der Zweckbestimmung „Parkplatz“ ergeben sich keine erheblichen Beeinträchtigungen.
Unter Berücksichtigung der in der FFH-Verträglichkeitsprüfung sowie im artenschutzrechtlichen Fachbetrag genannten Vermeidungsmaßnahmen kann die Verträglichkeit des Projektes mit den Erhaltungszielen der Schutzgebiete erreicht und eine Betroffenheit der Verbotstatbestände gemäß § 44 BNatSchG kann vermieden werden.
Die entfallende Waldfläche wird entsprechend den Bestimmungen des NWaldLG im Verhältnis 1:1,5 an anderer Stelle ersetzt.


• Landkreis Nienburg/Weser (vom 25.02.2019):
Anregung zu prüfen, ob sich gemäß UVPG eine Pflicht zur Durchführung einer allgemeinen oder standortbezogenen Vorprüfung des Einzelfalls oder einer Umweltverträglichkeitsprüfung ergibt und wie im Rahmen der Bauleitplanung mit dieser umgegangen wird (Einzelhandelsbetrieb und Waldumwandlung). Anregung, auch eine kumulative Wirkung im Zusammenhang mit angrenzenden Flächen zu berücksichtigen.
Anregung, die Belange von Natur und Landschaft, eine überschlägige Eingriffsermittlung und den Ausgleich, sowie das Thema Wald bzw. Forstwirtschaft ergänzend zum Umweltbericht auch in der Begründung darzustellen.
Hinweis auf erforderliche Berücksichtigung der Fortschreibung des Landschaftsrahmenplanes des Landkreises Nienburg/Weser für die Betrachtung und Bewertung der Schutzgüter.
Hinweis auf die aktualisierte Fassung des „Osnabrücker Kompensationsmodells“.
Anregung, eine überschlägige Bilanzierung nach dem „Osnabrücker Kompensationsmodell“ in den Umweltbericht aufzunehmen, um den Flächenbedarf für Kompensationsmaßnahmen abschätzen zu können. Zudem sind Kompensationsmaßnahmen vorzuschlagen, die den beeinträchtigten Schutzgütern und Artengruppen zu Gute kommen.
Anregung, im Umweltbericht die Biotoptypen in ihrer Ausprägung ausführlicher zu beschreiben.
Anregung, in Bezug auf den Wald die Vorgaben des RROP 2003 zum Waldabstand zu thematisieren. Zudem ist die überschlägige Größe der umzuwandelnden Waldfläche sowie die sich daraus ergebende Größe der Ersatzfläche zu benennen.
Anregung, den Umweltbericht bezüglich Vermeidungsmaßnahmen hinsichtlich des Schutzgutes Tiere dahingehend zu ergänzen, dass Gehölze nur außerhalb der Brut- und Aufzuchtphase beseitigt werden dürfen.
Anregung, die Buchen entlang der B 215 aufgrund ihrer Wertigkeit für den Naturschutz zu erhalten.
Anregung, zur Vermeidung von Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes auf der nachfolgenden Planungsebene den Erhalt vorhandener Gehölze oder Anpflanzungen zur Eingrünung des Plangebietes vorzusehen.
Zum artenschutzrechtlichen Fachbeitrag wurden folgende Anregungen / Hinweise vorgebracht:
- Hinweis auf überarbeitete Fassung des § 44 Abs. 5 BNatSchG und ggf. Anpassung der Bewertung der artenschutzrechtlichen Belange
- Ergänzung der artenschutzrechtlichen Prüfung in Bezug auf nicht gefährdete Arten
- Sicherung der Vermeidungsmaßnahmen durch geeignete Festsetzungen auf Ebene des Bebauungsplanes
- Ergänzung des artenschutzrechtlichen Fachbeitrages um eine Potentialabschätzung sowie eine Worst-Case-Analyse für weitere Artengruppen
- Hinweis auf eigenständige Berücksichtigung der artenschutzrechtlichen Belange
Hinweis auf Baudenkmale im direkten Umfeld des Plangebietes sowie deren Umgebungsschutz. Zudem wurde auf die Meldepflicht von archäologischen Bodenfunden gemäß § 14 Abs. 1 NDSchG hingewiesen.
Die untere Wasserbehörde des Landkreises bewertet die geplante Versickerung des Niederschlagswassers im Plangebiet positiv und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Nachweis der schadlosen Beseitigung erforderlich ist.
Hinweis auf erforderliche Berücksichtigung der § 2 Abs. 4 und § 2a BauGB sowie der Anlage 1 zum BauGB bei der Erarbeitung des Umweltberichtes.

• Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (Stellungnahme vom 15.02.2019):
Anregung zur Bewertung des Schutzgutes Boden im Umweltbericht den Boden ausführlich zu beschrieben und eine zusammenfassende Bodenfunktionsbewertung vorzunehmen; Ergänzung des Umweltberichtes bezüglich der Darstellung der für den Bodenschutz relevanten Ziele der übergeordneten Planungsgrundlagen, die Ermittlung und Bewertung möglicher Auswirkungen des Vorhabens, die Berücksichtigung der Alternativen der Planung und die Beachtung des Einflusses von Vermeidungs-, Verminderungs- und Überwachungsmaßnahmen in der Bau- und Betriebsphase; Hinweis auf das Vorkommen von schutzwürdigen Böden im Plangebiet (podsolidierter Regosol) und Empfehlung im Bereich der öffentlichen Parkplatzfläche auf eine Vollversiegelung zu verzichten.

• Öffentlichkeit, Einwender 2 (Stellungnahme vom 25.02.2019):
Hinweis auf besondere Bedeutung des Untersuchungsgebietes als Nahrungshabitat für Jungtiere der Fledermausart Großes Mausohr sowie für den Aufenthalt von 9 weiteren Fledermausarten; Nachweis der Funktionalität der vorgesehenen vorgezogene Kompensationsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) wird in Frage gestellt.



Stellungnahmen können während der Auslegungsfrist schriftlich oder bei der Auslegungsstelle mündlich zur Niederschrift vorgebracht werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können bei der Beschlussfassung über die o.g. Planung unberücksichtigt bleiben (§ 4a Absatz 6 BauGB).

Ferner wird darauf hingewiesen, dass eine Vereinigung im Sinne des § 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes in einem Rechtsbehelfsverfahren nach § 7 Abs. 2 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes gemäß § 7 Abs. 3 Satz 1 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes mit allen Einwendungen ausgeschlossen ist, die sie im Rahmen der Auslegungsfrist nicht oder nicht rechtzeitig geltend gemacht hat, aber hätte machen können.

Hoya/Weser, den 02.07.2019    Detlef Meyer
        Samtgemeindebürgermeister

Quelle:

Veröffentlicht:

mehr Regionales

Avacon
Themen