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Krätze - wenn die Haut plötzlich juckt

Das Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg registriert eine steigende Zahl an Krätzefällen („Skabies“). Aber nicht nur der Landkreis Nienburg ist davon betroffen. Auch landes- und bundesweit ist dieser Trend zu beobachten.

Meldungen PlatzhalterLandkreis Nienburg/Weser

Die Krätze ist eine durch die Krätzmilbe weltweit vorkommende Hauterkrankung und wird durch engen körperlichen Kontakt von mindestens fünf bis zehn Minuten (Pflege, Kuscheln, Intimverkehr) übertragen. Auch die indirekte Übertragung über Textilien (zum Beispiel Handtücher oder Bettwäsche) kann eine Rolle spielen.

„Eine Krätze kann jeden betreffen und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun“, erläutert Amtsarzt Dr. Torsten Vogel. Die weiblichen Krätzmilben graben Gänge in der oberen Hautschicht, legen dort die Eier ab und obwohl man schon dann ansteckend ist, kommt es erst nach etwa zwei bis sechs Wochen zu den ersten Symptomen. Dazu gehören vor allem ein starker Juckreiz, Kratzspuren und Hautveränderungen in Form von Papeln, Pusteln und blass sichtbaren Milbengängen.

Oft befallene Körperstellen sind Hände, Knöchel, Achseln, Ellbogen, Genitalien sowie besonders die Räume zwischen den Fingern und Zehen. Da Kinderhaut dünner ist, können bei ihnen auch die Kopf- und Gesichtshaut befallen sein, aber auch der Bauch- und Rückenbereich. Insgesamt ähnelt die Krätze sehr einer Neurodermitis, Kontaktallergie oder altersbedingten Hautveränderungen. Daher ist der Milbenbefall nur sehr schwer zu erkennen.

„Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, bei entsprechenden Symptomen umgehend einen Arzt aufzusuchen“, rät der Amtsarzt. In den meisten Fällen gelingt es durch die Behandlung, alle Krätzmilben abzutöten. Der Juckreiz kann jedoch noch einige Wochen anhalten. Dabei müssen Patienten und engste Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt werden.

Zudem ist es wichtig, getragene Kleidung und Wäsche (auch Bettwäsche) bei mindestens 60° Celsius zu waschen. Nicht waschbare Gegenstände wie zum Beispiel Schuhe, Plüschtiere oder Kleinutensilien können durch mindestens siebentägiges Auslüften im Freien, chemische Reinigung oder bis zu 14-tägiger Verwahrung in verschlossenen Plastiksäcken behandelt werden. Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge sollten mit einem leistungsstarken Staubsauger gründlich gereinigt werden. Für Ritzen sollten Polsterdüsen zum Einsatz kommen. Anschließend sind die Staubsaugerbeutel und Hepafilter wegzuwerfen und gegen neue auszutauschen.

Auf der Internetseite www.lk-nienburg.de/kraetze stehen Info-Texte sowie mehrsprachige Info-Flyer zur Verfügung.

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