Inhalt: Was ist Alltagsrassismus?

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Was ist Alltagsrassismus?

Im Rahmen der Reihe „100 Jahre Flucht“ der „Koordinierungsstelle Migration und Bildung“ des Landkreises Nienburg war Prof. Dr. Karim Fereidooni kürzlich zu Gast am Gymnasium Stolzenau. Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hatte die Einrichtung den Juniorprofessor der Ruhr-Universität Bochum eingeladen, über das Thema „Alltagsrassismus in Gesellschaft und Schule“ zu referieren. Sämtliche 9. und 10. Klassen informierten sich zusammen mit allen Lehrkräften der Schule über das sensible Thema und diskutierten bis lange nach Vortragsende mit dem Referenten im Zimmer des Direktors Dr. Matthias Akkermann.

Suzann Dalaf von der Koordinierungsstelle Migration und Bildung, Schulleiter Dr. Matthias Akkermann und Prof. Dr. Karim Fereidooni (v. li.).Landkreis Nienburg/Weser

Beginnend mit der AFD-Meldeplattform gegen Lehrkräfte, die angeblich das Neutralitätsgebot missachten, schlug der Referent den Bogen zu Rassismus bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. Anhand unterschiedlicher Studien und mit anschaulichen Beispielen erläuterte Prof. Fereidooni die verschiedenen Strategien und Reaktionen, mit denen im Lehrerzimmer dem Alltagsrassismus begegnet wird: von dessen Eingeständnis über Unsicherheit, Verharmlosung und Verleugnung bis hin zum sogenannten „Blame the victim“. 

Welche Möglichkeiten hat die einzelne Schülerin oder der einzelne Lehrer, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, welche Diskriminierungserfahrungen wurden von den Anwesenden gemacht und welche Konsequenzen hat die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Rassismus? Das Fazit des Referenten, der Juniorprofessor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum ist, lautete, dass Menschen nur dann rassismuskritisch agieren, wenn sie sich lebenslang mit dem Thema auseinandersetzen.

Dabei geht es nicht um eine Skandalisierung, Verschiebung in den Rechtsextremismus, eine Kulturalisierung (ein starkes Hervorheben der „Kultur“ eines Individuums als Begründung für dessen Handeln) oder eine Verschiebung in die Vergangenheit, sondern um eine ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst. Die eigenen rassistischen Vorstellungen zu erkennen und kritisch zu reflektieren, liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Person. Der Raum zum Austausch darüber kann nach Meinung des Referenten besonders gut in Schulen geschaffen werden.

Veranstaltungen der Koordinierungsstelle Migration und Bildung werden gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

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