Inhalt: Zukunftswerkstatt im Flecken Liebenau

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Zukunftswerkstatt im Flecken Liebenau

Im Sommer 2017 hat der Rat des Fleckens Liebenau beschlossen, im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ sich zielgerichtet und planmäßig mit der Entwicklung der Gemeinde zu beschäftigen und zu diesem Zweck als Moderator den Nienburger Altbürgermeister Peter Brieber zu beauftragen, der mittlerweile als Kommunalberater und Rechtsanwalt für eine Vielzahl von Kommunen und Kommunalverbänden im Norddeutschen Raum tätig ist. In den letzten zwei Jahren haben die Ratsmitglieder sich intensiv an die Arbeit gemacht und in bisher neun Arbeitssitzungen eine Vielzahl von Entwicklungsthemen für die Gemeinde planerisch in Angriff genommen.

ProtokollSamtgemeinde Liebenau
  • Senioren Wohnen

Die Entwicklung von altengerechten Wohnungen ist mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung ein ganz wichtiges Thema. Im Rat wurden verschiedene Ideen entwickelt, wo geeignete Standorte für einen solchen Schwerpunkt in Liebenau vorhanden sein könnten und seitens der Verwaltung einige vielversprechende Kontakte mit möglichen Investoren geknüpft. Endgültige Entscheidungen über Standorte und Konzepte stehen allerdings noch aus

  • Verkehrsplanung

Auch die innerörtlichen Verkehrswege wurden einer ersten Analyse unterzogen und auch hier Entwicklungsschwerpunkte markiert:

  • Ein neuralgischer Punkt ist der Kreuzungsbereich Lange Str./Sternstr./Nienburger Str.; dazu fanden im vergangenen Jahr Gespräche mit dem Straßenbauamt Nienburg als Träger der Landesstraße statt, um Alternativen für eine bessere Verkehrsführung zu entwickeln. Eine Verkehrszählung wurde bereits veranlasst und ein Antrag auf Sanierung der Ortsdurchfahrt und Planung eines veränderten Einmündungsbereich wurden beim Land gestellt.
  • Die Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt ist Anlass für Überlegungen zur Verkehrsberuhigung und zu einer Verbesserung der Radwege-Planung durch sog. „Schutzstreifen“. Die Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Nienburg hat allerdings ergeben, dass die rechtlichen Voraussetzungen für die Anlegung solcher Schutzstreifen derzeit hier in Liebenau noch nicht vorliegen. Auch dazu wäre ein Umbau der Ortsdurchfahrt erforderlich.
  • Barrierefreiheit und Straßenzustand der Gemeindestrassen sind Themen, die einer Bestandsaufnahme unterzogen wurden und im Fachausschuss weiterbearbeitet werden sollen.
  • Ärzteversorgung

Die Zukunft der Ärzteversorgung bildete einen frühen Schwerpunkt der Arbeit in der Zukunftswerkstatt und führte sogar zu einer zeitweisen separaten Arbeitsgruppe, die Kontaktgespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, den Helios- Kliniken in Nienburg und einen Erfahrungsaustausch mit anderen vom Ärztemangel betroffenen Kommunen initiierte. Aktuelle Überlegungen beschäftigen sich mit der Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums als Außenstelle in Liebenau mit Unterstützung von KVN und einem weiteren Träger, sowie mit Bemühungen, über persönliche Kontaktaufnahmen junge Ärzte oder Ärztinnen zu finden, die Interesse an einer Ansiedlung in Liebenau haben.

  • Problem-Immobilien

Das Ortsbild von Liebenau leidet an einigen Stellen massiv unter dem Erscheinungsbild einzelner Häuser, ihrer abgängigen Bausubstanz, teilweiser oder totaler Leerstände oder städtebaulicher Fehlentwicklungen.

In einer ersten Bestandsaufnahme wurden derartige Objekte gesammelt und soweit möglich schon Lösungsansätze diskutiert. Schnell wurde deutlich, dass die Aufarbeitung dieser Problematik mit „Bordmitteln“ aus der Verwaltung heraus nicht zügig angegangen werden kann. Es wurde der Gedanke entwickelt, einen externen „Kümmerer“ mit der weiteren Umsetzung dieses Arbeitsfeldes zu beauftragen, der im direkten Kontakt mit der Gemeinde und den jeweiligen Eigentümern gemeinsame Lösungsansätze entwickelt. Herr RA Brieber wurde mit dieser Aufgabe betraut. Die Bestandsaufnahme ist abgeschlossen, erste spontane Kontakte bereits geknüpft. Prioritäten werden jetzt aktuell festgelegt und zeitnah soll dann die planmäßige Kontaktaufnahme mit den Immobilieneigentümern erfolgen mit dem Ziel, Vereinbarungen über die Zukunft von besonders problematischen Immobilien schließen zu können.

  • Bürger-Dialog

Die Zukunftswerkstatt hat jetzt eine Phase erreicht, wo aus der Sicht des Fleckenrates ein Dialog mit der Einwohnerschaft sehr erwünscht ist.

Die Grundidee der Zukunftswerkstatt geht mittelfristig deutlich über die schlichte Werkstatt-Arbeit des Rates hinaus. Vielmehr soll die gesamte Bevölkerung in einen Prozess der Zukunftsplanung mit einbezogen werden. Dazu gibt es auch bereits erste Ideen:

  • Veranstaltungen für Jugendliche

Neben den gängigen Informationswegen der Vergangenheit braucht es ein Format, das auch Jugendliche anspricht und vielleicht sogar die Tür öffnet, die Jugend direkt in einen Diskurs über die Zukunftsentwicklung von Liebenau mit einzubeziehen. Dies sollte in Zusammenarbeit mit dem neuen Jugendpfleger weiterentwickelt werden.

  • Vereins-Jahresversammlungen

Auch solche Veranstaltungen bieten Gelegenheit, die Themen der Zukunftswerkstatt in das Vereinsleben (wenn auch nur stichwortartig) hineinzutragen, um im Anschluss mit den Vorständen abzuklären, was an Zusammenarbeit möglich ist.

  • Interessengruppen

Es gibt in Liebenau eine Vielzahl von Interessengruppen im Bereich Kultur, Sport, Heimatpflege etc., die in einem zukünftigen nächsten Schritt angesprochen und angeschrieben werden könnten, um Interesse zu wecken und Mitarbeit zu initiieren.

An diesen Punkten muss noch deutlich detaillierter weiter gefeilt und gearbeitet werden. Sie bieten aber ein starkes Potential für bürgerschaftliches Engagement, das die Ideen der Zukunftswerkstatt mit Leben füllen kann, wenn sie denn auf fruchtbaren Boden fallen.

Ein besonderes Projekt im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements könnte die Entwicklung einer „Ehrenamtsbörse“ werden. Hier besteht bereits eine kleine aber engagierte Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die bereit sind, ehrenamtliche Aktivitäten zu organisieren und zu bündeln, um die Lebensqualität in unserem ländlichen Raum zu verbessern. Die notwendige Technik dafür ist seit kurzem installiert; die Dorf-News und der Dorf-Funk sind digitale Medien, die funktionieren und (hoffentlich) für eine breite Akzeptanz sorgen.

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