Inhalt: Handball: 1. Herren: HSG Nienburg - HSG Plesse-Hardenberg 35:19 (20:8)

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Handball: 1. Herren: HSG Nienburg - HSG Plesse-Hardenberg 35:19 (20:8)

Knockout zur Pause - Die HSG Nienburg fertigt im ersten Heimspiel der neuen Saison die HSG Plesse-Hardenberg souverän mit 35:19 ab

L. BergmannDie Harke; Keßler

Nienburg. Vermutlich hätten die Gäste der HSG Plesse-Hardenberg bereits zur Halbzeit einem frühzeitigen Spiel-ende wohlwollend zugestimmt. Wie ein rot-schwarzer Orkan fegten die Oberliga-Handballer der HSG Nienburg über ihren Gegner hinweg und lagen bereits nach 30 Minuten deutlich mit 20:8 in Führung.

Letztlich sollten die Nienburger ihre Führung gar noch ausbauen und feierten den souveränen 35:19-Sieg im ersten Heimauftritt der neuen Saison verdient lautstark – und damit gleichzeitig den zweiten Erfolg im zweiten Spiel. Besser geht‘s kaum.

Wie im Rausch starten die Nienburger in den ersten Durchgang und ließen keinen Zweifel aufkommen, wie unbedingt sie diesen Heimsieg haben wollten. In der Defensive zwangen sie ihre Gäste zu leichtfertigen Ballverlusten und überhasteten Abschlüssen. Kam ein Plesse-Angreifer doch einmal durch, fand er in aller Regelmäßigkeit seinen Meister in Schlussmann Matthias Ende, der „viele gute Dinger noch rausgefischt hat“, lobte anschließend HSG-Trainer Carsten Thomas.

Blendend aufgelegt war ebenfalls Lars „Kalle“ Bergmann, der im ersten Durchgang auf der rechten Außenbahn für reichlich Trubel sorgte und nahezu jeden Ball ins Tor beförderte. Da machte es auch nichts aus, dass Torgarant Malte Grabisch mit „nur“ vier Buden eher eine Nebenrolle spielte.

Der nach einer langweiligen Phrase klingende Satz von Coach Thomas, „das war eine tolle Mannschaftsleistung“, fand an diesem Abend eine wichtige Bedeutung: Jeder der elf Feldspieler steuerte mindestens einen Treffer bei. Auch Rückkehrer Jakub Pawlicki, der kaum Anlaufschwierigkeiten hatte. Oder Arnar Gudmundsson, der nach mehreren Verletzungen in den vergangenen Jahren allmählich wieder in Tritt in kommt.

Zugegeben: Die Hürde Plesse-Hardenberg war freilich nicht die höchste, ganz andere Kaliber warten in dieser Spielzeit noch auf die Nienburger. Auch Coach Thomas meinte: „Plesse musste im Sommer einige Spieler abgeben und ist definitiv keine Topmannschaft. Aber auch gegen ihre besten Spieler haben sich die Jungs toll behauptet, das verdient ein dickes Lob.“

Der Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit ist gelegt. Der erste echte Gradmesser wartet jetzt am kommenden Freitag (20 Uhr) auf die Thomas-Sieben; es geht zum Derby nach Großenheidorn.

„Kalles“ Urknall

Eine Woche zuvor, im ersten Punktspiel beim Aufsteiger TV Stadtoldendorf (27:23), spielte Lars „Kalle“ Bergmann eine eher unauffällige Partie. Zwei Torwürfe – kein Treffer. Im ersten Heimspiel rieben sich die rund 250 Zuschauer in der Nienburger Meerbachhalle am Sonnabend verwundert die Augen: Ist das der gleiche Lars Bergmann?

In einer gigantischen ersten Halbzeit der Nienburger ging der 22-Jährige nicht nur voraus, Lars Bergmann explodierte. Es war „Kalles“ Urknall, dessen Auswirkungen acht Tore waren und die Gäste von der HSG Plesse-Hardenberg gedemütigt gen Kabine schlurfen ließen – zur Halbzeit wohlgemerkt.

Jedes seiner Tore bejubelte der Rechtsaußen, als sei es der spielentscheidende Treffer gewesen. Zeigt, wie wichtig diese Glanzstunde für den Maschinenbau-Studenten war. Im HARKE-Gespräch gab er sich bescheiden. „Och, ich habe auch zwei verworfen“, versuchte er sich verlegen dem Rampenlicht zu entziehen. Er erklärt: „Der Gegner hat es mir auch leicht gemacht. Ich hatte viel Platz auf der Außenbahn und die vielen Tempogegenstöße haben wir heute toll herausgespielt.“

Lars Bergmann fühlt sich wohl im Nienburger HSG-Lager. Er pendelt extra aus Hannover, wo er in einer WG lebt, regelmäßig zum Training und zu den Spielen. Warum? „Die Mannschaft ist einfach genial, die Stimmung hier im Verein ist sehr familiär – ich fühle mich hier einfach wohl“, betont Bergmann.

Die gezeigte Leistung will er konservieren und gern am kommenden Freitag wieder auf die Platte zaubern. „Das heutige Spiel hat Bock gemacht und pusht enorm. Beim Derby in Großenheidorn möchte ich unbedingt daran anknüpfen, aber das ganze Team brennt ohnehin auf die Partie.“

HSG Nienburg: Ende 1 geh. 7m, Meierhans 1 geh. 7m – L. Bergmann 8, Grabisch 4/1, K. Bergmann 4, Gudmundsson 3/1, Ence 2, Kaatze 1, Kählke 5/2, Fennekoldt 1, Büscher 2, Wrede 3, Pawlicki 2.
Strafwürfe: 4/5 (Steve Kählke scheitert) – 2/4.
Zuschauer: 250.
Spielfilm: 3:0, 6:1, 9:4, 11:6, 15:8, 20:8 (30.), 23:8, 25:12, 29:15, 32:16, 35:19 (60.).

Quelle: Die Harke vom 16.09.2019; Keßler

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