Inhalt: Handball: 1. Herren: HSG Nienburg - TuS Haren 39:22 (20:9)

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Handball: 1. Herren: HSG Nienburg - TuS Haren 39:22 (20:9)

HSG zerlegt TuS Haren - Nienburger gewinnen 39:22, damit das fünfte Spiel in Folge und bleiben Spitzenreiter

Johannes Hain nur durch ein Foul zu bremsenDie Harke; Keßler

Haben Sie schon einmal einen Spatzen stolpern sehen? Vermutlich nicht, und ganz besonders nicht in der Handball-Oberliga. Dort fliegen die „Meerbachspatzen“ von Sieg zu Sieg – auch das Kellerkind TuS Haren fertigte die HSG Nienburg in der heimischen Meerbachhalle quasi mit dem linken Flügel ab: 20:9 zur Pause, 39:22 am Ende. Damit gelingt dem Team von Trainer Carsten Thomas nicht nur der fünfte Erfolg in Serie, sondern es bleibt auch weiterhin Tabellenführer. Um also noch einmal im Vogelsprech zu bleiben: Ganz oben fliegt es sich eben am schönsten.

Wenn es einen wunden Punkt im Spiel der Nienburger gibt, dann maximal die Anfangsphase. Schon oftmals taten sich die Rot-Schwarzen zu Beginn etwas schwer, über ihre Stärke, ihr enormes Tempo gepaart mit Ausdauer sowie den breiten Kader, kamen sie jedoch fast immer wieder erfolgreich zurück. Danach sah es auch an diesem Abend aus – aber lediglich 91 Sekunden. Dann traf Lars Bergmann zum 1:2-Anschluss und legte damit den Grundstein einer beeindruckenden HSG-Sause.

Die Gäste, die auf ihren angeschlagenen über zwei Meter großen Kreisläufer Martin Giesen verzichten mussten, offenbarten zunehmend Schwächen im Angriffs- und Passspiel, sodass die Tempogegenstöße der Hausherren dem TuS nur so um die Ohren flogen. Und als die Harener doch allmählich ihren Weg gen HSG-Tor fanden, prallten ihre Würfe immer wieder an Keeper Christopher „Birne“ Fraj ab.

Schon nach 20 Minuten stellte Steve Kählke auf 14:5 und raubte damit dem TuS frühzeitig die Hoffnung auf etwas Zählbares. Trainer Carsten Thomas ließ munter durchrotieren, brachte die Youngsters Bjarne Niemeyer und Johannes Hain, schickte Constantin von Müller an den Kreis. Letztere dankte es seinem Coach auf Anhieb, indem er einen hoch auf ihn gespielten Pass aus der Luft griff, sich federleicht um seinen Gegenspieler drehte und das Leder über den brasilianischen Ex-Nationaltorhüter Joao Victor Perez Feliciano ins Netz hob. „Maldito seja tudo“ dürfte der TuS-Schlussmann vermutlich gedacht haben – verdammt nochmal.

Mit 20:9 ging es in die Kabinen und die interessanteste Frage lautete: Werden die Nienburger weiterhin Vollgas geben? Die Frage beantwortete der Trainer noch vor Wiederbeginn: „Genau so weiter“, lautete die Marschrichtung. Und so setzten es seine Mannen auch um, kombinierten, rannten und fighteten fleißig weiter. Fast hätten sich sogar alle rot-schwarzen Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen – aber nur fast, denn Malte Grabisch, der angeschlagen in die Partie ging und nur kurz auf der Platte stand, traf lediglich den Querbalken. Im Kasten wurde ebenfalls gewechselt: Der 20-jährige Ludwig „Ulli“ Meierhans rückte zwischen die Pfosten und tat es Routinier Fraj gleich: Er hielt, was zu halten war – und noch einiges mehr.

Bei den Harenern gingen die Köpfe früh nach unten, Frust kam auf. Den bekam Johannes Hain zu spüren, als er zum Sprung gen Gästetor ansetzte. Völlig unnötig rempelte ihn Luke Stricker an, sodass der junge HSGer unsanft mit dem Hallenboden Bekanntschaft machte. Die Schiedsrichter schickten den TuS-Akteur folgerichtig mit Rot vom Feld, den fälligen Siebenmeter verwandelte Kählke souverän. Und Hain? Der zeigte sich unbeeindruckt und revanchierte sich nur eine Minute später mit seinem dritten Treffer. Ganz stark!

Im Schongang brachte die HSG dann den 39:22-Sieg über die letzten Minuten und durfte völlig verdient jubeln: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!“ Trainer Thomas sagte: „Bei Haren haben natürlich ein paar Spieler gefehlt, aber ich denke, auch mit denen hätten wir gewonnen. Ich bin rundum zufrieden.“ Auch das Hinspiel hatte die HSG gewonnen, allerdings deutlich knapper mit 33:31.

HSG Nienburg: Fraj, Meierhans 1 geh. 7m – Grabisch, K. Bergmann 2, Hain 3, Kühlcke 6, Niemeyer 4, Hildebrandt 2, Aiello 2, Gudmundsson 2, L. Bergmann 5, Kählke 7/4, Wrede 1, Von Müller 5.
Strafwürfe: 4/4 – 1/2.
Zeitstrafen: 3 (Paul Hildebrandt, Alessandro Aiello, Constantin von Müller) – 2.
Spielfilm: 0:2, 4:3, 13:4, 15:7, 20:9 (30.), 26:11, 30:15, 36:18, 39:22 (60.).

Quelle: Die Harke vom 24.01.2022; Keßler

 

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