Inhalt: Tischtennis SC Marklohe

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Tischtennis SC Marklohe

Tischtennis Piktogramm SC Marklohe

In Zeiten purer Freude, vollgestopft mit Adrenalin ist es schwer, die Euphorie zu definieren. So ging es auch dem Markloher Team sowie den zahlreich mitgereisten Fans nach dem 9:5 beim TSV Algesdorf und der damit verbundenen Relegation zur Tischtennis-Regionalliga. Die Kurzanalyse von Andre Kamischke in der ihm eigenen Art nach seinem siegbringenden Matchball gegen den starken Claas Märtens traf es auf den Punkt: „Geile Sache, ich bin fix und fertig!“

Nach den ersten beiden Doppelpaarungen (1:1) war gleich Feuer unter der auf Grund der Stahlkonstruktion wie eine Industriehalle wirkenden Sportstätte. Der Geräuschpegel war ob des Stahldaches und den Anfeuerungen von der prall gefüllten Tribüne nichts für Feingeiste. Kamischke und Sebastian Tinzmann feierten ihr 3:1 entsprechend emotional, die erhoffte Führung nach den Doppeln gelang somit. Am Nebentisch hatte Niklas Matthias in seinem wohl besten Match in Markloher Farben Mr. Algesdorf, Lars Petersen, an dem Rand einer Niederlage, konnte jedoch eine Führung im vierten Satz ebenso wenig nutzen wie das positive Momentum nach der Egalisierung eines 2:6 im finalen Abschnitt. Dem 3:1 von Florian Buch gegen den zweiten Petersen, Jörn, folgte ein erstes Ausrufezeichen als Tinzmann in einer verfahrenen Auseinandersetzung ein 1:2 gegen den nervösen Patrick Schöttendreier noch drehen konnte. Über die 4:2-Führung konnte man sich im Markloher jedoch nur kurzfristig erfreuen.                

Kamischke beendete den ersten Einzeldurchgang mit einem 2:1 gegen Fabian Möller und richtete somit den Vorhang zum mit Spannung erwartetem Duell der beiden Top-100-Leute des Deutschen Tischtennisbundes, L. Petersen und Buch. Und es wurde ein Augenschmaus begleitet von einem permanenten „Ah und OH“. Der Gast hatte in den ersten Sätzen jeweils den besseren Start doch der wieselflinke Petersen rettete sich jeweils hauchdünn insbesondere Dank seiner knallharten parallelen wie auch diagonalen Endschlägen mit der überragenden Rückhand. Der Markloher stellte sein Spiel etwas um, agierte vermehrt über die Vorhandseite, was zu sehenswerten Topspinduellen aus der Halbdistanz führte. Spielentscheidend waren am Ende dann aber doch eher die kleinen Punkte, denn der SCM-Mann agierte in den Kurz-Kurz-Duellen sicherer, so dass letztendlich die frenetisch gefeierte 6:4 Führung heraussprang – eine kleine Vorentscheidung.

Am Nebentisch sorgte der leicht favorisierte Matthias noch einmal für einen kleinen Dämpfer (0:3), ehe es richtig rund lief. Zunächst hatte Marek mit seiner Routine nach einem Stotterstart Schöttelndreier locker im Griff bevor Tinzmann (eingesprungen für den weiterhin verletzten Thilo Marschke) nach einer nahezu einjährigen Wettkampfpause und ein paar Trainingseinheiten sich ein sensationelles Duell mit dem jungen Abwehrcrack Leon Hintze lieferte. Mit gewohnt feinem Händchen sprang zunächst ein dünnes 2:0 heraus ehe nach anfänglicher Führung der Einbruch folgte und in einem 0:11 (!) im vierten Satz mündete. Der Steinhuder hatte jedoch einen Plan. Konditionell platt erholte sich Tinzmann in dieser „Auszeit“ und überführ seinen 19jährigen Kontrahenten bis zum 6:1. Der Spannungsbogen konnte kurz nicht hochgehalten werden, es folgte der Ausgleich, welcher postwendend mit einem Gemisch aus Glück, Routine aber auch spielerischem Geschick zum 11:6 beantwortet wurde.

Selbstredend puschte der Sieg seines Kollegen Kamischke noch zusätzlich (was üblicherweise eigentlich gar nicht möglich erscheint) . Mit unbändigem Siegeswillen reichte es auch hier gegen den spielerisch überlegenden Märtens zum finalen Erlolg.

Die Relegationsspiele finden am zweiten Maiwochenende in Lunestedt im Landkreis Cuxhaven statt. Der Sieger aus der Dreiergruppe hat zur nächsten Serie ein Startecht für die Regionalliga. Gegebenenfalls könnte auch Platz zwei reichen. Neben dem gastgebenden TSV hat sich das hiesige Sextett mit dem TTC Düppel aus der Nähe Berlins zu messen. Dennis Lau: „Das sind zwei Kracher, wir werden wieder alles geben müssen und wohl auch die Glücksgöttin um Hilfe anflehen.“

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