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Hochvolt-Fahrzeuge im Feuerwehreinsatz

Informationstag an der Deula in Nienburg durchgeführt

Nienburg 20190511 Infotag 1Martin Möhring, Kreisfeuerwehrpressesprecher-Süd

Zu einem Informationstag über Hochvolt-Fahrzeuge kamen am Wochenende 12 Vertreter der Kreis-, Stadt und Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Nienburg auf dem Gelände der Deula Nienburg zusammen.
Im Straßenverkehr, aber auch in der Industrie, nehmen die Hochvolt-Fahrzeuge, das sind Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridantrieben, immer mehr zu, und so sollten die Risiken und Gefahren, die von den Fahrzeugen im Schadensfall ausgehen können, einmal thematisiert werden.
Als Referent zeigte Simon Lustfeld von der Deula in Nienburg den Teilnehmern sehr deutlich, dass es momentan keine Grundlagen und Vorgaben für die Schulung der Einsatzkräfte der Feuerwehren im Bereich der alternativen Antriebe gibt.
Das beginnt schon mit dem Erkennen der Antriebsart eines jeden Fahrzeuges. Es besteht keine Kennzeichnungspflicht. Wichtige Erkenntnisse könnten die sogenannten Rettungskarten mit den Daten des jeweiligen Fahrzeuges liefern.
Sollte es sich um ein Hochvolt-Fahrzeug handeln, so besteht bei einem Hilfeleistungseinsatz der Feuerwehren immer eine elektrische Gefährdung durch eine beschädigte Leitung oder das Beschädigen einer Leitung. Und sollte der Stromspeicher beschädigt sein, tritt ebenfalls eine Spannung bis zu 1.000 Volt auf.
Zu der fehlenden Erkennbarkeit kommt mangelndes Wissen, keine bewährte Taktik und auch die fehlende Erfahrung der Einsatzkräfte hinzu. Starke Wärmeentwicklungen und der Austritt von Schadstoffen können weitere Gefahren schaffen.
Vor völlig neue Herausforderung werden die Einsatzkräfte auch bei der Brandbekämpfung gestellt. So kann es bei einem Unfall zu Kurzschlüssen und Überhitzungen der Batterien kommen. Und die Energiespeicher erhalten ihre Spannung auch nach einer manuellen Deaktivierung.
Sollte es zu einem Brand eines Hochvolt-Fahrzeuges kommen, so geschieht dieses sehr rasch und intensiv. Um Löscherfolge zu erzielen, werden große Mengen an Löschwasser erforderlich. Danach können die Batterien noch bis zu 14 Tage weiter aktiv bleiben und einen Brand auslösen.
Im praktischen Block des Informationstages ging es um das Erkennen von Hochvoltfahrzeugen. An verschiedenen Fahrzeugen wurden die Hochvolt-Komponenten bestimmt, der Verlauf der Leitungen untersucht und der Sitz der Batterien erkundet. Und auch die Not-Aus-Schalter wurden bestimmt und erklärt.
Am Ende des Tages kamen die Teilnehmer zu den eindeutigen Ergebnis, dass es noch großen Handlungsbedarf bei der Ausbildung und Schulung der Einsatzkräfte für die künftigen Einsätze an Hochvolt-Fahrzeugen gibt, damit alle Kräfte auch künftig unbeschadet wieder nach Hause heimkehren können.

Text: Martin Möhring, Kreisfeuerwehrpressesprecher Süd

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