Inhalt: Objekt des Monats Dezember: Das Posthorn – vom Signal zum Signet

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Objekt des Monats Dezember: Das Posthorn – vom Signal zum Signet

PosthornMuseum Nienburg/Weser

Auch heute, 530 Jahre nach der Gründung der überregionalen Habsburger Post durch Maximilian I., eingerichtet und betrieben von der Familie der Taxis, hält die Post an einem ihrer ältesten Wahrzeichen fest: dem Posthorn.

Das Posthorn gab es in verschiedenen Varianten, auch in Trompetenform, doch meistens entsprach es der einfachen, ventillosen Urform der heutigen Metall-Hörner: Die dünne Röhre ist kreisrund gebogen, einmal oder mehrfach gewunden, daran stecken ein trichterförmiges Mundstück und ein Schallbecher. Das Posthorn ist ein Naturhorn, auf dem man wegen der Kürze der Röhre nur ein paar Töne der Naturreihe blasen kann. Die Tonhöhen werden ausschließlich durch Lippenspannung und Atemdruck verändert.

Die hornblasenden Postkutscher, genannt Postillione, hatten oft höchstens einen Dreiklang zur Verfügung, um ihre Signale zu artikulieren.

Die Blüte der Posthornkunst als Signalmusik begann in Deutschland um 1820 mit dem Aufkommen der Eilposten, die allmählich auf den Hauptverkehrsstraßen in Gang gesetzt wurden. Erst jetzt, nachdem von verkehrstechnischer wie instrumentenbaulicher Seite die Voraussetzungen geschaffen waren und der Ablauf des Postverkehrs dies unbedingt erforderlich machte, wurden amtliche Posthornsignale eingeführt. Die preußischen Posthornsignale wurden von der hannoverschen Postverwaltung völlig gleichlautend übernommen.

Die Einsatzmöglichkeiten des Horns wurden jetzt erweitert, wie aus einer Anweisung aus Hannover hervorgeht:
,,Der Hauptzweck des Posthorns besteht darin, die Annäherung postmäßiger Transporte anzuzeigen, und solchen dadurch eine ungestörte und schleunige Beförderung zu sichern... Außerdem dient aber das Posthorn dazu, die Annehmlichkeiten des Postverkehrs zu erhöhen, indem sich dasselbe zu dem Vortrage wohlklingender Melodien sehr wohl eignet, und werden besonders mehrstimmig vorgetragene Stücke die dankbare Anerkennung der Reisenden finden.“

Was einst Aufgabe der Postillione war, nämlich sämtliche vorgeschriebenen Signale richtig auf dem Horn blasen zu können und damit etwa die Art der Beförderung oder die Anzahl der Beiwagen anzuzeigen, ist längst in Vergessenheit geraten. Das Ende der Geschichte nennt ein lapidarer Satz: „Mit dem Inkrafttreten der Straßenverkehrsordnung vom 13.11.1937 bestanden für Fahrzeuge der Deutschen Reichspost keinerlei Vorrechte mehr.“ Die Eisenbahn und der Autoverkehr haben das Posthorn verdrängt, bis es weder Signal noch Symbol war, sondern zum Signet herabgestuft worden ist.

Das Posthorn wird ab 3. Dezember im Schaumagazin im Fresenhof gezeigt.

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