Inhalt: Waldbrand-Workshop im Sellingsloh

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Waldbrand-Workshop im Sellingsloh

Rund 150 Einsatzkräfte mit 32 Fahrzeugen aus 22 Wehren der Samtgemeinden Hoya und Bruchhausen-Vilsen nahmen an einem Waldbrandworkshop im Sellingsloh teil

20190601_SGHoya_Waldbrandworkshop (2).JMarion Thiermann, Pressewartin SG Grafschaft Hoya

150 Einsatzkräfte sammeln Erfahrungen bei Waldbrand-Workshop

Feuerwehren aus den Samtgemeinden Grafschaft Hoya und Bruchhausen-Vilsen übten bei einem Waldbrand-Workshop am Sonnabend in dem großen Waldgebiet Sellingsloh den Ernstfall. Ausgearbeitet hatte die großangelegte Übung der stellvertretende Gemeindebrandmeister Wilfried Gütz aus Hoya zusammen mit Gemeindebrandmeister Michael Ullmann aus Bruchhausen-Vilsen, angelehnt an das Waldbrandseminar mit Detlef Maushake, dass die Feuerwehren der Samtgemeinde Hoya vor zwei Jahren absolvierte. Ziel war es praktische Erfahrungen mit verschiedenen Arbeitsgeräten und Taktiken zu sammeln und das Zusammenspiel der beiden Samtgemeindefeuerwehren zu fördern. Hierzu wurden alle Posten doppelt, je aus beiden Samtgemeinden besetzt. Schwerpunkt war die Wasserbeförderung in unwegsame Waldgebiete, sowie das ausprobieren und arbeiten mit verschiedenen Handwerkzeugen. Als Szenario wurden ein „Hauptfeuer“ und vier „Spotfeuer“ (kleinere Nebenfeuer vom Hauptbrand) mit Absperrband gekennzeichnet mit Fotos, die den Brand der dargestellt werden sollte zeigten, am Hauptfeuer wurden zudem zwei Nebelmaschinen als Rauchdarstellung eingesetzt. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte aus 22 Wehren mit 11 Tanklöschfahrzeugen (TLF), 4 Löschfahrzeugen (LF), 12 Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) darunter ein Wasserführendes, der Gerätewagen Logistik aus Hoya, ein VW-Amaroc mit 1000-Fass der Kreisfeuerwehr Diepholz und ein Kradmelder der Kreisfeuerwehr Nienburg beteiligt. Außerdem versorgte die DRK-Bereitschaft aus Bruchhausen-Vilsen die Einsatzkräfte mit Getränken. Die Teams der Einsatzleitwagen aus beiden Samtgemeinden koordinierten die Übung. Bei dem Übungsabschnitt „Wasserversorgung“ wurde der Pendelverkehr geübt, hierbei fuhren die größeren Tanklöschfahrzeuge im Kreisverkehr um aus drei Wasserentnahmestellen das Wasser zu einem faltbaren 5.000-Liter-Wasserbehälter, sowie zu zwei weiteren 3.000-Liter-Behältern zu transportieren, wo die kleineren wendigeren wasserführenden Fahrzeuge wie zum Beispiel das TSF-W aus Helzendorf, der VW-Amaroc der KFV Diepholz, ein TSF mit Hochdruckleistungspumpe (HDL) oder das TLF-2000 auf einem Unimog-Fahrgestell aus Heiligenloh befüllt werden, beziehungsweise das Wasser direkt in den Wald gepumpt werden konnten. In dem Abschnitt „Brandbekämpfung“ wurden neben den im Gegensatz zu B- und C-Schläuchen wesentlich leichteren D-Schläuche mit Hohlstrahlrohr ausprobiert. Mitglieder der Feuerwehr Hoya erklärten zudem verschiedene Handwerkzeuge für Wald- und Vegetationsflächenbrände, wie der „Pulaski“, einer Hacke und Axt in einem, dem „Mc Loud“, einer Hacke und Harke, oder dem „Gorgui“, einem Multitool aus Schneide, Rechen, Hacke und Harke. Zudem wurde auch der „Sandwurf“ mit einer Waldbrandschaufel ausprobiert. Besonders begeistert waren die Teilnehmer von den 20-Liter fassenden Löschrucksäcken, die sich als sehr effektiv bewiesen und seit diesem Jahr zur Grundausstattung der Feuerwehren in der Samtgemeinde Hoya gehören. Erläutert wurde in diesem Abschnitt auch die sichere Vorgehensweise bei Wald- und Vegetationsbränden, denn im Gegensatz zu einem Gebäudebrand stellt man sich nicht dem Feuer entgegen, sondern arbeitet sich von einem Ankerpunkt an den Flanken des Feuers entlang zum Brandherd, um Sicherheitszonen und Fluchtwege zu garantieren. Bevor die Wehren nach der gut viereinhalbstündigen Übung den Heimweg antraten dankten Wilfried Gütz und Michael Ullmann den Wehren für die zahlreiche Teilnahme. Ullmann erklärte das man die Einbahn-Regelung auf jeden Fall beibehalten sollte und Gütz bemerkte das man einen Ernstfall nie richtig üben kann, da diese immer eine andere Situation darstellen, der Workshop sollte dazu dienen Erfahrungen zu sammeln und die Gelegenheit bieten ausprobieren zu können wie man im Ernstfall am besten vorgehen kann.

Text: M. Thiermann, FPW Samtgemeinde Grafschaft Hoya

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